Digitalisierung verändert Arbeitsmarkt

Chancen des technischen Fortschritts

19. Februar 2016

Die Digitalisierung verändert den Arbeitsmarkt rasant. Bisher gewohnte Prozesse müssen angepasst werden. Damit können kleinere und mittlere Unternehmen bei Bewerbern in Zeiten des Fachkräftemangels punkten.

Gesetzliche Hürden schränken Flexibilität noch ein

Firmen könnten den Arbeitnehmern freistellen, wo und wann sie arbeiten. Mobile Digitaltechnologien machen es möglich. Doch gesetzliche Hürden verhindern das oft noch. Die Regelung der täglichen Höchstarbeits- oder Ruhezeit dient zwar dem Schutz des Arbeitnehmers, steht aber auch dessen Flexibilität im Weg. Ein erlaubtes Vorarbeiten ohne zeitliche Begrenzung würde zum Beispiel oft mehr Zeit für die Familie bedeuten und so eine bessere Work-Life-Balance schaffen. Denkbar wäre es auch, die gesetzliche Tages- auf eine Wochenhöchstarbeitszeit umzustellen. Jährliche Arbeitszeitkonten sind für potenzielle Arbeitnehmer ebenfalls attraktiv.

Digitales Outsourcing

Beim sogenannten Crowdworking sind nicht nur Arbeitszeit und -ort flexibel, sondern auch die Beschäftigungsform. Bei dieser Online-Arbeit auf Abruf stellen Unternehmen Aufgaben auf Internetplattformen ein. Um diese Aufträge können sich dann Personen oder Gruppen bewerben. Bei dieser Art der Selbstständigkeit ist noch nicht abschließend geregelt, wie sie in die gesetzliche Renten- oder Krankenversicherung einbezogen wird. Scheinselbstständigkeit könnte entstehen, wenn Crowdworker für einen längeren Zeitraum oder auch immer wieder für den gleichen Arbeitgeber arbeiten.

Absicherung der Selbstständigen verändert Preiskalkulation

Die "Plattformökonomie" birgt Vorteile für Selbstständige, weil sie keine Beiträge zur Sozialversicherung zahlen und ihre Arbeit so billiger anbieten können. Wenn eine Online-Plattform ausschließlich zwischen Auftraggeber und Dienstleister vermittelt, könnte sie als eine Art Leiharbeitsfirma gesehen werden – auch wenn die "Leiharbeiter" auf Rechnung und nicht weisungsgebunden arbeiten. Es gibt Überlegungen, ob die Plattformbetreiber zu Sozialbeiträgen verpflichtet werden können. Der Kostenvorteil für die Auftraggeber könnte damit wieder verschwinden.

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