Ausbildung abbrechen

Wenn die Ausbildung nicht zu Ihnen passt

1. Oktober 2019

Es ist nicht immer leicht, sich einzugestehen, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Wenn Sie Ihre Ausbildung abbrechen, ist das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Es gibt viele Wege, die Ihnen danach noch offenstehen. Wägen Sie ab, was das Beste für Sie ist.

Probleme erkennen

Wenn Sie eine Ausbildung machen und merken, dass Sie mit dem Ausbildungsberuf oder dem Umfeld unzufrieden sind, kann es sinnvoll sein, abzubrechen. Dabei ist es wichtig, vorhandene Probleme zu erkennen, um diese angehen zu können. Ist der eingeschlagene Berufsweg nicht der richtige? Kommen Sie mit den Kollegen und dem Chef nicht zurecht? Ist Ihnen der Arbeitsalltag zu anstrengend? Bei Letzterem ist ein Ausbildungsabbruch selten die Lösung. Denn nach der Schule fällt es Auszubildenden nicht immer leicht, einen Achtstundentag durchzuhalten oder direkt mit den neuen Aufgaben zurechtzukommen. Geben Sie sich Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Möglichkeiten abwägen

Reden Sie mit Ihren Eltern und Freunden über Ihre Sorgen. Oft bewerten Außenstehende Probleme rationaler und haben Lösungen parat, auf die Sie nicht gekommen wären. Auch eine Beratung beim Arbeitsamt kann helfen. Wenn Sie Probleme mit der Berufsschule oder fachliche Schwierigkeiten haben, können Nachhilfeunterricht oder die Patenschaft eines erfahrenen Mitarbeiters die Lösung sein. Sollte das Klima im Ausbildungsbetrieb nicht passen, suchen Sie am besten das Gespräch mit den Kollegen oder Ihrem Chef. So lassen sich manche Probleme schnell lösen. Bei unüberbrückbaren Differenzen sollten Sie sich jedoch einen neuen Ausbildungsplatz suchen und dort Ihre Lehre fortführen.

Kündigung als letzter Ausweg

Ist die Entscheidung für einen Ausbildungsabbruch getroffen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Bei der falschen Berufswahl oder anderen unüberwindbaren Problemen können Sie kündigen oder eine Aufhebung Ihres Vertrags aushandeln. In der Probezeit ist die Kündigungsfrist für Azubis in der Regel recht kurz. Liegen nach der Probezeit wichtige Gründe vor, die es unmöglich machen, die Ausbildung fortzuführen, ist eine fristlose Kündigung möglich. Zu diesen Gründen zählen Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz und eine ausbleibende Ausbildungsvergütung. Ansonsten gilt die ordentliche Kündigungsfrist von vier Wochen. Beim Aufhebungsvertrag vereinbaren Sie mit Ihrem Ausbildungsbetrieb ein individuelles Ende. Wichtig bei allen diesen Möglichkeiten: Bestehen Sie auf Ihren Resturlaub, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und den Ausgleich eventueller Überstunden.

Neue Pfade beschreiten

Ein Abbruch der Ausbildung muss sich nicht negativ auf Ihre Karrierechancen auswirken. Wenn die Berufswahl falsch war, können Sie durch Praktika Einblicke in andere Arbeitsfelder gewinnen. Soziales Engagement verschafft Ihnen neben einer sinnvollen Beschäftigung die Zeit, verschiedene Möglichkeiten im Hinblick auf Ihre Zukunft abzuwägen. Sie können anschließend eine neue Ausbildung beginnen, weiter zur Schule gehen oder anfangen zu studieren.

Besuchen Sie Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort.

Finden Sie Ihre Filiale