Grunderwerbsteuer: Wie viel muss ich wo zahlen?

Das sollten Sie beim Immobilienkauf beachten

Wenn Sie eine Wohnung, ein Grundstück oder ein Haus kaufen, müssen Sie Grunderwerbsteuer zahlen. Wie hoch diese ausfällt, bestimmt das jeweilige Bundesland. Sie müssen mit bis zu 6,5 Prozent des Kaufpreises rechnen.

Beachten Sie die Nebenkosten

Zum Kaufpreis einer Immobilie kommen weitere Kosten wie das Honorar des Notars oder die Gebühren für den Grundbucheintrag hinzu. Darüber hinaus gehört zu den einmalig anfallenden Kaufnebenkosten die Grunderwerbsteuer. Wer deren Zahlung übernimmt, ist im Kaufvertrag geregelt. Im Normalfall ist das der Immobilienkäufer. Zahlt dieser die Grunderwerbsteuer nicht binnen vier Wochen, kommt das Finanzamt auf den Verkäufer zu. Erst wenn der Betrag beglichen ist, gilt der Käufer als rechtmäßiger Eigentümer der Immobilie.

Wie hoch ist der Grunderwerbsteuersatz?

Jedes Bundesland legt seinen eigenen Steuersatz fest. Somit kann bei einem Immobilien-Kaufpreis von einer halben Million Euro die Steuer zwischen 17.500 und 32.500 Euro liegen.

Bayern, Sachsen
3,5 %
Hamburg
4,5 %
Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt
5,0 %
Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern
6,0 %
Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen
6,5 %

Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer

Die Höhe des zu zahlenden Steuerbetrags ergibt sich aus dem jeweils gültigen Steuersatz, dem Kaufpreis eines Grundstücks sowie dem Wert der daraufstehenden Immobilie. Bei Wohnungskäufen fließt der Grundstückspreis anteilig in die Berechnung ein. Denn der Besitzer einer Eigentumswohnung erwirbt auch immer einen Teil des Grundstücks, auf dem das Mehrfamilienhaus steht. Wenn ein Bauherr ein Grundstück ersteht und erst später ein Gebäude darauf errichten lässt, kann es sein, dass die Grunderwerbsteuer nur auf den Grundstückspreis zu zahlen ist. Dabei kommt es jedoch auf den zeitlichen Abstand zwischen Kauf und Bau an.

Unterschied zwischen Grundsteuer und Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer ist nicht zu verwechseln mit der Grundsteuer. Gemeinden erheben für den Besitz von Grund und Boden jährliche eine Grundsteuer. Sie dient der Finanzierung öffentlicher Infrastruktur wie Straßen oder Brücken und hilft dabei, weitere kommunale Aufgaben zu bewältigen, die der Allgemeinheit zugutekommen. Die Grunderwerbsteuer hingegen ist nur dann fällig, wenn der Eigentümer einer Immobilie wechselt. Es gibt aber Ausnahmen:

  • Bei Schenkung,
  • Tod des Besitzers,
  • Verkauf an Verwandte ersten Grades, also wenn die Immobilie zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Ehepartnern oder Lebenspartnern, nicht jedoch zwischen Geschwistern den Besitzer wechselt,
  • einer Scheidung, wenn ein Ehepartner die Immobile übernimmt, und
  • bei Grundstücken, die weniger als 2.500 Euro wert sind
     

erlässt der Staat die Grunderwerbsteuer, sofern nicht Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz dagegensprechen.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Wirtschaftsprüfer oder Lohnsteuerhilfeverein nicht ersetzen.

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