Nebenkostenabrechnung prüfen

Schauen Sie sich die einzelnen Posten genau an

29. Januar 2019

Die jährliche Nebenkostenabrechnung sorgt manchmal für Ärger. Denn nicht immer stimmen alle Angaben darin. Ob gestiegene Stadtreinigungskosten oder übertriebene Nachzahlungsforderungen bezüglich des Allgemeinstroms: Als Mieter haben Sie das Recht, entsprechende Belege von Ihrem Vermieter einzufordern.

Abrechnungszeitraum für die Nebenkosten

Sie sollten Ihre jährliche Nebenkostenabrechnung immer gründlich prüfen. Denn so können Sie unberechtigte Forderungen Ihres Vermieters entdecken. Schauen Sie zunächst, ob Ihre Nebenkostenabrechnung für den richtigen Zeitraum ausgestellt ist. Sie darf in der Regel maximal zwölf Monate abdecken. Sind Sie beispielsweise zur Mitte des Jahres in eine Wohnung eingezogen, kann Ihr Vermieter die Abrechnung auch für einen kürzeren Zeitraum ausstellen.

Der Umlageschlüssel

Wichtig bei der detaillierten Überprüfung Ihrer Abrechnung ist der in Ihrem Mietvertrag festgelegte Umlage- beziehungsweise Verteilerschlüssel. Dieser bestimmt, auf welche Weise die Verteilung der Nebenkosten auf die einzelnen Mietparteien erfolgt. Möglich ist eine Umlage nach Wohnfläche, Wohneinheit, Personenzahl oder Verbrauch. Anhand des Umlageschlüssels errechnen Sie, ob Ihr Anteil an den Kosten stimmt. Bei einer Nebenkostenabrechnung mit fehlerhaften Angaben haben Sie das Recht, beim Vermieter die entsprechenden Belege einzusehen.

Betriebskosten im Überblick

Die Nebenkosten, die Sie als Mieter zahlen müssen, sind im Mietvertrag aufgelistet. Zu den Betriebskosten – also allen umlagefähigen Nebenkosten – gehören in der Regel

•    Kaltwasser, Abwasser und Heizung,
•    Straßenreinigung, Grundsteuer und Müllabfuhr,
•    Hausreinigung und Gartenpflege,
•    Hauswart,
•    Fahrstuhl,
•    Beleuchtung von Außenflächen und Allgemeinflächen wie Treppenhäusern,
•    Gemeinschaftsantenne und -waschküchen,
•    Sach- und Haftpflichtversicherungen.

Sollten im Mietertrag keine Betriebskosten aufgeführt sein, müssen Sie nur für die Heiz- und Warmwasserkosten aufkommen. Weitere Aufwendungen sind durch die Kaltmiete abgegolten.

Sonstige Nebenkosten

Sind zusätzlich "sonstige Kosten" in Ihrem Vertrag angegeben, können Sie Informationen zur Aufschlüsselung dieser vagen Angabe verlangen. Denn als Mieter haben Sie ein Anrecht, zu erfahren, um welche Kosten es sich genau handelt. Der Vermieter darf zudem nicht alle Nebenkosten auf Sie umlegen. Unzulässig sind beispielsweise Forderungen für Aufwendungen, die durch Hausverwaltung, Führung eines Kautionskontos oder Reparatur- und Instandhaltungskosten entstehen.

Diese Frist muss der Vermieter einhalten

Spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums muss der Vermieter dem Mieter die Nebenkostenabrechnung vorlegen. Forderungen, die Sie nach dieser Frist erreichen, sind unwirksam. Durch die verspätete Abrechnung erlischt der Anspruch des Vermieters auf Nachzahlungen. Von dieser Regel ausgenommen sind Verspätungen, die der Vermieter nicht selbst verschuldet hat, was er aber beweisen muss. Sie als Mieter haben hingegen auch nach den besagten zwölf Monaten Anspruch auf eine Rückzahlung.

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