Rente im Ausland: Was ist zu beachten?

Rentenzahlung in ein anderes Land

12. August 2019

Für viele Rentner ist es ein Traum, ihren Ruhestand im Ausland zu verbringen. Wer seinen Lebensabend in einem anderen Land genießen möchte, sollte sich jedoch frühzeitig darüber informieren, ob sein Anspruch auf Rente im Ausland nicht verfällt.

Dauer des Aufenthaltes

Halten sich Rentner nur vorübergehend oder von vornherein zeitlich begrenzt außerhalb von Deutschland auf, bleibt ihr Rentenanspruch bestehen. Ein Auslandsaufenthalt gilt allerdings nur als vorübergehend und zeitlich begrenzt, wenn Rentner sich weniger als sechs Monate im Jahr im Ausland befinden. Halten sie sich sechs Monate oder länger in einem anderen Staat auf, handelt es sich um einen dauerhaften Auslandsaufenthalt. In einigen Ausnahmefällen kann es dann vorkommen, dass Rentner nur einen gekürzten Rentenbetrag erhalten.

Rente in der Europäischen Union

Ob Sie Ihre Rente in voller Höhe erhalten oder Sie mit Abzügen rechnen müssen, hängt nicht nur von der Dauer Ihres Aufenthaltes ab, sondern auch von dem Land, in dem Sie Ihren Ruhestand verbringen möchten. Entscheiden Sie sich für einen Umzug in einen Mitgliedsstaat der Europäischen Union, erhalten Sie in der Regel auch bei einem dauerhaften Aufenthalt Ihre volle Rente. Beruhen Anteile Ihrer Rente auf dem Abkommen mit Polen von 1975 oder auf dem Abkommen der früheren DDR mit Ungarn, Tschechien, Rumänien, Bulgarien oder der Slowakei, kann das Ihre Rente jedoch mindern. Inwiefern Ihre Rente davon betroffen ist, erfahren Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Rente in Abkommens- und Drittstaaten

Bei einem Umzug nach Island, Liechtenstein, Norwegen oder in die Schweiz gelten für Ihre Rente die gleichen Bedingungen wie innerhalb der Europäischen Union. Wechseln Sie mit Ihrem Wohnsitz in einen Staat, mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, wird Ihre Rente in der Regel ungekürzt ins Ausland überwiesen. Beachten Sie jedoch, dass es zahlreiche Sonderregelungen gibt, die sich auf Ihre Rentenansprüche auswirken können. Bei einer Wohnsitzverlegung in einen Abkommensstaat zahlt die Deutsche Rentenversicherung zum Beispiel keine Rentenanteile ins Ausland, die aus Zeiten stammen, die Sie außerhalb des Gebiets der heutigen Bundesrepublik verbracht haben. Bei Umzügen in Drittstaaten kann es ebenfalls zu ähnlichen Einschränkungen kommen. Informieren Sie sich daher frühzeitig bei Ihrem Versicherungsträger über Ihre Rentenansprüche im Ausland.

Mitteilungspflichten

Eine bereits bewilligte Rente kann bei einer Wohnsitzverlegung in ein anderes Land wegfallen oder gekürzt werden. Daher sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, die Deutsche Rentenversicherung rechtzeitig darüber zu informieren. Diese überprüft Ihren Aufenthaltsort in regelmäßigen Abständen. Trotzdem sollten Sie Ihre neue Adresse und Ihre neuen Bankdaten frühestmöglich – aber spätestens drei Monate vor Umzug – bei der Deutschen Rentenversicherung melden, um zum Beispiel Verzögerungen bei der Rentenzahlung zu vermeiden. Zudem erhalten Sie als Rentner bei dauerhaftem Auslandsaufenthalt jedes Jahr eine schriftliche Lebensbescheinigung. Diese müssen Sie bei sich vor Ort bestätigen lassen und umgehend zurückschicken.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Berater bei Ihrer Bank, Ihren Versicherer oder einen Rechtsanwalt nicht ersetzen.

Besuchen Sie Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort.

Finden Sie Ihre Filiale