Hinzuverdienst bei Rente

Diese Hinzuverdienstgrenzen gelten bei Altersrente

9. Juni 2020

Aufgrund der Corona-Krise gilt vorübergehend eine erhöhte Hinzuverdienstgrenze bei der vorgezogenen Altersrente. Unabhängig davon können Sie ab Juli von höheren Freibeträgen profitieren, wenn Sie eine Witwen- oder Witwerrente beziehen und eine Nebentätigkeit ausüben. Was Sie über den Hinzuverdienst bei Rente wissen sollten, erfahren Sie hier.

Regelaltersgrenze und Hinzuverdienst

Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung, die eine bestimmte Altersgrenze erreicht haben, erhalten die Regelaltersrente. Für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1947 geboren wurden, gilt eine Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Liegt Ihr Geburtsjahr zwischen 1947 und 1964? Dann steigt diese Grenze schrittweise auf 67 Jahre. Rentner, die die Regelaltersrente erhalten, können unbegrenzt hinzuverdienen – ohne eine Rentenkürzung befürchten zu müssen. Es ist also nicht notwendig, die Nebentätigkeit bei Ihrem Rentenversicherungsträger anzumelden. Wichtig: Wenn Ihre Einkünfte über 450 Euro brutto im Monat liegen, sind Sie sozialversicherungspflichtig. Dann fallen Steuern auf Ihren Verdienst an.

Geburtsjahr Anhebung um ... Monate

auf das Alter

Jahr - Monat

1947 1 65 - 1
1948
2 65 - 2
1949 3 65 - 3
1950 4 65 - 4
1951 5 65 - 5
1952 6 65 - 6
1953 7 65 - 7
1954 8 65 - 8
1955 9 65 - 9
1956 10 65 - 10
1957 11 65 - 11
1958 12 66 - 0
1959 14 66 - 2
1960 16 66 - 4
1961 18 66 - 6
1962 20 66 - 8
1963 22 66 - 10
ab 1964 24 67 - 0

Die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze (Quelle: Deutsche Rentenversicherung)

Vorgezogene Altersrente und Flexirente

Unter bestimmten Voraussetzungen – zum Beispiel bei einer mindestens 35-jährigen Mitgliedschaft in Ihrer Rentenversicherung oder wenn Sie berufsunfähig werden – können Sie eine vorgezogene Altersvollrente erhalten. Aufgrund der Corona-Krise dürfen Bezieher einer vorgezogenen Altersrente rund 44.590 Euro im Jahr 2020 hinzuverdienen. Bis zu diesem Betrag erfolgt keine Kürzung. Ab 2021 gilt wieder die bisherige Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Kalenderjahr.

Seit Einführung der Flexirente Mitte 2017 ist es möglich, in Teilrente zu gehen, also Rentenzahlungen und Teilzeitarbeit zu kombinieren. Dabei ist es gestattet, ein Einkommen in Höhe von 6.300 Euro brutto pro Kalenderjahr anrechnungsfrei hinzuzuverdienen. Übersteigen die Einkünfte diese Grenze, wird der darüberliegende Betrag zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Liegt Ihr Einkommen zum Beispiel 100 Euro über der Hinzuverdienstgrenze, werden Ihnen von der Rente des Folgejahres 40 Euro abgezogen. Kümmern Sie sich deshalb frühzeitig um Ihre Altersvorsorge. So können Sie Versorgungslücken schließen und im Ruhestand Ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten.

Erwerbsminderungsrente und Witwenrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, hat Anspruch auf volle Erwerbsminderungsrente. Hier gelten für den Rentenbezug die gleichen Regeln beim Hinzuverdienst wie für die vorgezogene Altersrente. Wer zwischen drei und unter sechs Stunden am Tag arbeiten kann, hat nur Anspruch auf eine halbe Erwerbsminderungsrente. Hierbei gelten höhere Freibeträge, deren Berechnung individuell erfolgt. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie für den Fall vorsorgen, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben und sich somit keinen vollen Rentenanspruch erarbeiten können. Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank.

Beziehen Sie eine Witwen- oder Witwerrente und üben Sie eine Nebentätigkeit aus? Dann müssen Sie ebenfalls die geltenden Hinzuverdienstgrenzen beachten. Der Freibetrag pro Monat liegt in den alten Bundesländern momentan bei 872,52 Euro netto. Ab dem 1. Juli 2020 erhöht er sich auf 902,62 Euro. In den neuen Bundesländern liegt der Freibetrag zurzeit bei 841,90 Euro netto und wird sich ab Juli auf 877,27 Euro belaufen. Bei höherem Hinzuverdienst wird der über der Freibetragsgrenze liegende Betrag wiederum zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet.

Was zählt bei der Rente zum Hinzuverdienst?

Zum Hinzuverdienst bei Altersrente zählen

  • ein monatliches Bruttoarbeitsentgelt,
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit,
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft sowie
  • vergleichbare Einkommen – zum Beispiel ein Vorruhestandsgeld oder Abgeordnetenbezüge.
     


Sie sollten Ihre Hinzuverdienstgrenzen immer individuell bei Ihrer Rentenversicherung berechnen lassen. Dort erfahren Sie auch, welche Einkommensart als Hinzuverdienst bei Rente gilt. Sie wollen wissen, wie hoch Ihr Überschuss beziehungsweise wie groß Ihre Versorgungslücke zu Rentenbeginn ist? Unser Rentenrechner hilft Ihnen dabei, dies auszurechnen.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank, die für diese Themen zuständigen Ämter, einen Steuerberater oder einen Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht) nicht ersetzen.

Besuchen Sie Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort und lassen Sie sich über Altersvorsorge beraten.