Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2022?

Bis zu dieser Einkommenshöhe sind Sozialversicherungsbeiträge fällig

19. April 2022

Die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einvernehmen mit dem Bundesrat jedes Jahr zum 1. Januar fest. Dabei orientiert sich die Bundesregierung am Durchschnittseinkommen. Wie hoch die Beitragsbemessungsgrenze 2022 ist, erfahren Sie hier.

Aufteilung der Sozialversicherungsbeiträge

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeden Monat Beiträge in die gesetzliche Sozialversicherung ein. Deren fünf Zweige sind die Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung und Krankenversicherung. Den Betrag für die Unfallversicherung übernimmt der Arbeitgeber komplett. Die Beiträge für Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung sowie Kranken- und Pflegeversicherung teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte. Die Beitragssätze belaufen sich für alle versicherten Arbeitnehmer auf rund 20 Prozent des Bruttolohns. Das heißt, die Sozialabgaben gestalten sich nicht – wie etwa die Steuersätze – progressiv. Wer mehr verdient, muss also nicht anteilig mehr zahlen.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Für den Beitragssatz zur Sozialversicherung wird ein fester Prozentsatz vom Bruttoeinkommen festgelegt. Bei höherem Gehalt ist ein höherer Beitrag fällig. Dieser ist jedoch gedeckelt und wird daher nur bis zu einem Höchstbeitrag – der Beitragsbemessungsgrenze – vom Lohn des Versicherten abgezogen. Für jenen Teil Ihres Arbeitsentgelts, der darüber liegt, fallen keine Sozialabgaben an. Zusammengefasst: Die Beitragsbemessungsgrenze ist demnach eine wichtige Rechengröße in der Sozialversicherung, die die Höchstbeiträge für die Beitragsberechnung angibt.  

Deckelung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung

Gleichzeitig ist die Beitragsbemessungsgrenze Grundlage für die Berechnung der gesetzlichen Rente. So fallen Rentenversicherungsabgaben nur für den Teil Ihres Einkommens an, der unterhalb der Grenze liegt. Deshalb ergibt sich nur daraus die Höhe Ihrer Rente. Um sich auch mit dem darüberliegenden Einkommen eine Altersvorsorge aufbauen zu können und so die Rentenlücke zu schließen, ist es empfehlenswert, eine private Rentenversicherung abzuschließen. Mit unserem Altersvorsorge-Rechner können Sie sich einen Überblick über Ihre Vorsorgesituation verschaffen und ermitteln, wie viel Geld Sie zusätzlich für Ihre Wunschrente benötigen.

Höhe der Beitragsbemessungsgrenze

Im Jahr 2022 liegt die Beitragsbemessungsgrenze für die allgemeine Rentenversicherung bei 7.050 Euro (West) beziehungsweise 6.750 Euro (Ost) monatlich. Für die knappschaftliche Rentenversicherung liegt sie monatlich bei 8.650 Euro in den alten Bundesländern beziehungsweise 8.350 Euro in den neuen Bundesländern. Für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Pflegeversicherung liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 4.837,50 Euro monatlich in West und Ost.

Jahresarbeitsentgeltgrenze bei der Krankenversicherung

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze, kurz JAEG, ist die Einkommensgrenze, bis zu der Sie als Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind. Ein weiterer Begriff dafür ist Versicherungspflichtgrenze. Überschreitet Ihr Bruttoeinkommen die Arbeitsentgeltgrenze, können Sie selbst entscheiden, ob Sie weiterhin gesetzlich versichert bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln. Die Versicherungspflichtgrenze liegt 2022 bei 64.350 Euro jährlich im gesamten Bundesgebiet.

Unterschied zwischen Höchstgrenzen

Seit 2003 unterscheidet sich die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von jener der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Wenn Sie bereits 2002 privat krankenversichert waren, entspricht die Jahresarbeitsentgeltgrenze weiterhin der Beitragsbemessungsgrenze. Für alle, die erst ab 2003 in die private Krankenversicherung gewechselt sind, liegt die Bemessungsgrenze unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze. In diesem Fall müssen Versicherte ihre Versicherungsbeiträge nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze und nicht bis zur Jahresarbeitsentgeltgrenze zahlen. Allerdings findet der Differenzbetrag keine Berücksichtigung bei der Krankengeldberechnung.

Lassen Sie sich zu finanziellen Fragen rund um das Thema Beitragsbemessungsgrenze bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank vor Ort beraten.