Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2020?

Bis zu welcher Einkommenshöhe Sozialversicherungsbeiträge fällig sind

17. September 2019

Die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einvernehmen mit dem Bundesrat jedes Jahr zum 1. Januar neu fest. Dabei orientiert sich der Gesetzgeber am Durchschnittseinkommen.

Aufteilung der Sozialversicherungsbeiträge

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeden Monat Beiträge in die gesetzliche Sozialversicherung. Deren fünf Zweige sind die Renten-, Arbeitslosen-, Pflege-, Unfall- und Krankenversicherung. Den Betrag für die Unfallversicherung übernimmt der Arbeitgeber komplett. Bei den anderen Versicherungen trägt er jeweils die Hälfte. Die Beitragssätze belaufen sich für alle Versicherten auf knapp 20 Prozent des Bruttolohns. Das heißt, die Sozialabgaben gestalten sich nicht – wie etwa die Steuersätze – progressiv. Wer mehr verdient, muss nicht anteilig mehr zahlen.

Deckelung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung

Der Beitragssatz zur Sozialversicherung berechnet sich prozentual vom Bruttoeinkommen. Er wird nur bis zu einem Höchstbeitrag vom Gehalt abgezogen. Dieser stellt die Beitragsbemessungsgrenze dar. Für jenen Teil des Gehalts, der darüber liegt, fallen keine Sozialabgaben an. Gleichzeitig ist die Beitragsbemessungsgrenze Grundlage für die Berechnung der gesetzlichen Rente. Da Rentenversicherungsabgaben nur für den Teil Ihres Gehalts anfallen, der unterhalb der Grenze liegt, ergibt sich nur daraus die Höhe Ihrer Rente. Um auch aus dem darüberliegenden Einkommen eine Altersabsicherung erwirtschaften zu können und so die Rentenlücke zu schließen, empfiehlt es sich, eine private Rentenversicherung abzuschließen.

Höhe der Beitragsbemessungsgrenze

Im Jahr 2020 liegt die Beitragsbemessungsgrenze für die allgemeine Rentenversicherung bei voraussichtlich 6.900 Euro (West) bzw. 6.450 Euro (Ost) monatlich. Für die knappschaftliche Rentenversicherung liegt sie voraussichtlich bei 8.450 Euro (West) bzw. 7.900 Euro (Ost) monatlich. Für die gesetzliche Krankenversicherung liegt sie voraussichtlich bei 4.687,50 Euro monatlich in West und Ost.

Jahresarbeitsentgeltgrenze bei der Krankenversicherung

Außer der Beitragsbemessungsgrenze gibt es noch die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Dieser Begriff bedeutet dasselbe wie Versicherungspflichtgrenze: Es handelt sich um die Einkommensgrenze, bis zu der ein Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist. Arbeitnehmer sind also krankenversicherungsfrei, wenn ihr Bruttoeinkommen die Arbeitsentgeltgrenze übersteigt. Dann können sie entscheiden, ob sie sich privat versichern möchten.

Unterschied zwischen Höchstgrenzen

Seit 2003 unterscheidet sich die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von jener der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Für diejenigen, die bereits 2002 privat krankenversichert waren, entspricht die Jahresarbeitsentgeltgrenze weiterhin der Beitragsbemessungsgrenze. Für alle, die erst ab 2003 in die private Krankenversicherung gewechselt sind, liegt die Beitragsbemessungsgrenze unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze. In diesem Fall müssen Versicherte ihre Versicherungsbeiträge nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze und nicht bis zur Jahresarbeitsentgeltgrenze zahlen. Allerdings findet der Differenzbetrag auch keine Berücksichtigung bei der Krankengeldberechnung.

Höhe der Jahresarbeitsentgeltgrenze für die Krankenversicherung

Die Versicherungspflichtgrenze liegt ab 2020 voraussichtlich bei 62.550 Euro im Jahr (West und Ost). Wer 2019 mehr verdient, kann zum 1. Januar 2020 in die private Krankenversicherung wechseln – vorausgesetzt, das Bruttogehalt bleibt auch 2020 über der dann geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Lassen Sie sich über finanzielle Fragen rund um das Thema Beitragsbemessungsgrenze beraten.

Finden Sie Ihre Filiale