Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2020?

Bis zu dieser Einkommenshöhe sind Sozialversicherungsbeiträge fällig

15. September 2020

Die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einvernehmen mit dem Bundesrat jedes Jahr zum 1. Januar fest. Dabei orientiert sich die Bundesregierung am Durchschnittseinkommen. Wie hoch die Beitragsbemessungsgrenze 2020 ist, erfahren Sie hier.

Aufteilung der Sozialversicherungsbeiträge

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeden Monat Beiträge in die gesetzliche Sozialversicherung ein. Deren fünf Zweige sind die Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung und Krankenversicherung. Den Betrag für die Unfallversicherung übernimmt der Arbeitgeber komplett. Bei den anderen Versicherungen liegt der Arbeitgeberanteil bei jeweils 50 Prozent. Die Beitragssätze belaufen sich für alle Versicherten auf knapp 20 Prozent des Bruttolohns. Das heißt, die Sozialabgaben gestalten sich nicht – wie etwa die Steuersätze – progressiv. Wer mehr verdient, muss nicht anteilig mehr zahlen.

Deckelung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung

Der Beitragssatz zur Sozialversicherung berechnet sich prozentual vom Bruttoeinkommen. Er wird nur bis zu einem Höchstbeitrag vom Lohn des Versicherten abgezogen. Dieser stellt die Beitragsbemessungsgrenze dar. Für jenen Teil Ihres Gehalts, der darüber liegt, fallen keine Sozialabgaben an. Gleichzeitig ist die Beitragsbemessungsgrenze Grundlage für die Berechnung der gesetzlichen Rente. Die Rentenversicherungsabgaben fallen nur für den Teil Ihres Gehalts an, der unterhalb der Grenze liegt. Deshalb ergibt sich nur daraus die Höhe Ihrer Rente. Um sich auch mit dem darüberliegenden Einkommen eine Altersvorsorge aufbauen zu können und so die Rentenlücke zu schließen, ist es empfehlenswert, eine private Rentenversicherung abzuschließen. Mit unserem Altersvorsorge-Rechner können Sie sich einen Überblick über Ihre Vorsorgesituation verschaffen und ermitteln, wie viel Geld Sie zusätzlich für Ihre Wunschrente benötigen.

Höhe der Beitragsbemessungsgrenze

Im Jahr 2020 liegt die Beitragsbemessungsgrenze für die allgemeine Rentenversicherung bei 6.900 Euro (West) beziehungsweise 6.450 Euro (Ost) monatlich. Für die knappschaftliche Rentenversicherung liegt sie monatlich bei 8.450 Euro in den alten Bundesländern beziehungsweise 7.900 Euro in den neuen Bundesländern. Für die gesetzliche Krankenversicherung, kurz GKV, liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 4.687,50 Euro monatlich in West und Ost.

Jahresarbeitsentgeltgrenze bei der Krankenversicherung

Außer der Beitragsbemessungsgrenze gibt es noch die Jahresarbeitsentgeltgrenze, kurz JAEG. Dieser Begriff bedeutet dasselbe wie die Versicherungspflichtgrenze. Es handelt sich dabei um die Einkommensgrenze, bis zu der Sie als Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind. Arbeitnehmer sind also krankenversicherungsfrei, wenn ihr Bruttoeinkommen die Arbeitsentgeltgrenze überschreitet. Dann können Sie selbst entscheiden, ob Sie weiterhin gesetzlich versichert bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln.

Unterschied zwischen Höchstgrenzen

Seit 2003 unterscheidet sich die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von jener der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Wenn Sie bereits 2002 privat krankenversichert waren, entspricht die Jahresarbeitsentgeltgrenze weiterhin der Beitragsbemessungsgrenze. Für alle, die erst ab 2003 in die private Krankenversicherung, kurz PKV, gewechselt sind, liegt die Bemessungsgrenze unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze. In diesem Fall müssen Versicherte ihre Versicherungsbeiträge nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze und nicht bis zur Jahresarbeitsentgeltgrenze zahlen. Allerdings findet der Differenzbetrag auch keine Berücksichtigung bei der Krankengeldberechnung.

Höhe der Jahresarbeitsentgeltgrenze für die Krankenversicherung

Die Versicherungspflichtgrenze liegt seit 2020 bei 62.550 Euro jährlich im gesamten Bundesgebiet. Wenn Sie 2019 mehr verdient haben, können Sie seit dem 1. Januar 2020 in die private Krankenversicherung wechseln. Vorausgesetzt, Ihr Bruttogehalt bleibt auch 2020 über der dann geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Lassen Sie sich zu finanziellen Fragen rund um das Thema Beitragsbemessungsgrenze bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank vor Ort beraten.