Riester: Zulagen auch rückwirkend sichern

Bis Ende Dezember 2017 haben Sie noch Zeit

14. November 2017

Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, profitiert jährlich von staatlichen Förderungen. Diese werden dem Vertrag jedoch nicht automatisch gutgeschrieben, sondern müssen beantragt werden. Sollten Sie dies vergessen haben, können Sie sich die Zulagen auch rückwirkend sichern. Wie das geht, lesen Sie hier.

Wie lange Sie sich die Zulagen rückwirkend sichern können

Mit einem Riester-Vertrag können Sie unterschiedliche Vorteile nutzen: hohe staatliche Zulagen oder Steuerersparnisse. Die Riester-Zulagen erhalten Sie jedoch nur, wenn Sie auch einen entsprechenden Antrag gestellt haben. Doch keine Sorge: Dies ist für zwei Jahre rückwirkend möglich. Somit können Sie bis zum 31. Dezember 2017 die Zulagenanträge für die Jahre 2015 und 2016 stellen.

Wie können Sie die Riester-Zulagen vom Staat beantragen?

Den Zulagenantrag erhalten Sie bei Ihrem Versicherer – also dort, wo Sie Ihren Vertrag abgeschlossen haben. Dieser leitet den Antrag dann an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) weiter. Nach der Prüfung und Bearbeitung werden die Zulagen Ihrem Vertrag gutgeschrieben. Damit Sie den Antrag nicht jedes Jahr erneut stellen müssen, empfiehlt sich ein Dauerzulagenantrag. Mit diesem erteilen Sie Ihrem Versicherer die Vollmacht, die jährlichen staatlichen Zulagen für Sie zu beantragen.

Wichtig: bei Änderungen Riester-Vertrag anpassen

Über Änderungen, wie zum Beispiel eine Erhöhung des Bruttoeinkommens oder Familienzuwachs, müssen Sie Ihren Versicherer informieren. Denn die Höhe des Eigenbeitrags hängt vom Einkommen ab. Wenn sich das Einkommen verändert, muss auch die Sparrate im Folgejahr angepasst werden. Sollten dem Versicherer diese Änderungen nicht gemeldet sein, kommt es zu Kürzungen der staatlichen Zulagen oder die zu viel gezahlten Zulagen müssen an den Staat zurückerstattet werden.

Vier Prozent Mindesteinzahlung für volle Zulagen

Um die volle Zulage zu erhalten, müssen Sparer mindestens vier Prozent Ihres sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens – maximal 2.100 Euro und abzüglich der jeweiligen Riester-Zulage – in den Vertrag einzahlen. Andernfalls wird die Zulage gekürzt. Aus diesem Grund zahlt die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen die Zulagen erst nach der Prüfung der Beiträge. Sollten Sie bis zum 31. Dezember 2017 einen Riester-Vertrag abschließen und die Beiträge für das laufende Jahr komplett nachzahlen, haben Sie rückwirkend das Recht auf staatliche Zulagen.

Riester-Rente und Steuervorteile

Mit der Riester-Rente können Sparer in der Regel auch von Steuervergünstigungen profitieren: Über die Einkommenssteuerklärung werden, je nach Einkommen und Höhe der jährlichen Einzahlungen, Teile des geleisteten Jahresbeitrags zurückerstattet. Denn Zulagen und Riester-Beiträge können Sie beim Finanzamt bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr als Sonderausgaben absetzen. Dabei sollten Sie Folgendes bedenken: Sie erhalten den Anteil Ihres Steuervorteils, der nach Abzug aller Zulagen übrig bleibt. Grund dafür ist, dass nicht beide Förderwege gleichzeitig genutzt werden können. Wenn die Steuerersparnis höher ist als die Zulage, erhält der Sparer nur die Steuerersparnis, sollte diese geringer sein, erhält er die Zulage zurück.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank, Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht) oder die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.

Lassen Sie sich bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank zum Thema Altersvorsorge beraten.

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