Entgeltumwandlung

Zusatzrente vom Bruttolohn bezahlen

Mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) durch Entgeltumwandlung stocken Arbeitnehmer die gesetzliche Rente auf. Ein Teil des Bruttoeinkommens fließt dabei direkt in die Versicherung. So zahlen die Versicherten weniger Sozialabgaben und Steuern.

Staatlich geförderte Altersabsicherung

Bei der Entgeltumwandlung oder Gehaltsumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Der Vorteil: Es fallen weniger Steuern und Sozialabgaben an. Denn Beiträge von bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (West) sind steuerfrei. Bei der Sozialversicherung bleiben vier Prozent ohne Abzug. Im Jahr 2018 sind von den einbezahlten Beiträgen des Arbeitnehmers 6.240 Euro steuer- und 3.120 Euro sozialversicherungsfrei. Der Mitarbeiter zahlt nur Steuern und Abgaben auf das Einkommen, das nach Abzug der Beiträge übrig bleibt. Durch die Umwandlung fließt in der Einzahlungsphase mehr Geld in die Altersvorsorge als netto an Einkommen fehlt. Erst mit der Auszahlungsphase fallen Steuern auf die Rente an. Der Steuersatz in der Rentenzeit ist jedoch geringer als während der Erwerbstätigkeit.

Durchführungswege

Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung. Auch Minijobber und Teilzeitkräfte haben ein Anrecht darauf, wenn sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Die Auswahl der Betriebsrente bleibt jedoch dem Unternehmen vorbehalten. Der Arbeitgeber hat die Wahl zwischen verschieden Durchführungswegen: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse oder Pensionszusage. Dabei ist die Direktversicherung die am weitesten verbreitete Form der Betriebsrente.

Arbeitgeberzuschuss

Die Entgeltumwandlung ist in erster Linie arbeitnehmerfinanziert. Allerdings beteiligen sich Arbeitgeber häufig durch Zuschüsse an der Finanzierung, da sie in der Regel durch die Entgeltumwandlung Sozialabgaben sparen. Sie können als Mitarbeiter auch einen individuellen Zuschuss aushandeln. Bei Neuverträgen ab 2019 sind die Arbeitgeber sogar dazu verpflichtet, 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss in die Vorsorge ihrer Mitarbeiter zu zahlen – falls sie durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge sparen.

Wann ist die Entgeltumwandlung sinnvoll?

Prinzipiell ist eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung für alle Arbeitnehmer sinnvoll. Denn die gesetzliche Rente wird voraussichtlich nicht reichen, um den jetzigen Lebensstandard im Alter halten zu können. Arbeitnehmer, die häufig den Arbeitgeber wechseln, können die Betriebsrente in der Regel übertragen. Dennoch sollten Wechselwillige die Bedingungen genau prüfen. Besonders sinnvoll ist die Entgeltumwandlung, wenn der Arbeitgeber seine Mitarbeiter durch Zuschüsse finanziell unterstützt. Für Gutverdiener gibt der finanzielle Zuschuss des Chefs erst den Ausschlag, ob die Entgeltumwandlung als Altersvorsorge überhaupt attraktiv ist. Denn sie profitieren weniger von der staatlichen Förderung, da sie bei den Sozialversicherungsbeiträgen nichts sparen können. Für sie kann sich als Alternative eine Riester-Rente lohnen.

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