Wie muss ich den geldwerten Vorteil versteuern?

Das sollten Arbeitnehmer über die Besteuerung wissen

24. November 2020

Viele Angestellte erhalten von ihrem Arbeitgeber neben dem Arbeitslohn Gutscheine oder auch Rabatte auf Produkte beziehungsweise Dienstleistungen. Diese Sachbezüge können sich steuerlich für beide Parteien lohnen. Was genau geldwerte Vorteile sind und wie sie diese versteuern müssen, erfahren Sie hier.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Der geldwerte Vorteil ist eine Form der Vergütung, die über den Lohn beziehungsweise das Gehalt eines Arbeitnehmers hinausgeht. Es handelt sich dabei um Sachbezüge, also Dienstleistungen oder Sachleistungen wie Firmenhandys, Jobtickets oder Tankgutscheine. Diese Sachbezüge erhalten Mitarbeiter vom Arbeitgeber kostenlos oder günstiger. Geldwerte Vorteile stellen eine mögliche Alternative zu Gehaltserhöhungen dar, weil dabei sowohl Angestellte als auch Arbeitgeber Steuern sparen können.

Geldwerten Vorteil versteuern

Entsprechend des Einkommensteuergesetzes (EStG) sind geldwerte Vorteile als Einnahmen zu werten und zu versteuern – sofern sie dem Arbeitnehmer als Teil des Einkommens zufließen. Obwohl geldwerte Vorteile grundsätzlich steuerpflichtig sind, gelten bestimmte Freigrenzen. So fallen bei Sachbezügen von bis zu 44 Euro im Monat keine steuerlichen Abgaben an. Überschreitet der Wert eines Sachbezugs die Freigrenze, müssen Sie den gesamten Betrag versteuern. Wenn ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen Rabatt auf firmeneigene Leistungen oder Produkte des Unternehmens gewährt, kann sich dies für Arbeitnehmer lohnen. Denn dabei bleibt ein Rabattfreibetrag von 1.080 Euro pro Jahr steuerfrei. Nur darüberhinausgehende Beträge sind voll zu versteuern.

Firmenwagen als geldwerter Vorteil

Wenn Arbeitnehmer Dienstfahrzeuge für private Zwecke nutzen, müssen diese Fahrten versteuert werden. Für die Berechnung der Privatnutzung eines Dienstwagens gibt es zwei Möglichkeiten: die Ein-Prozent-Regelung oder das Fahrtenbuch. Bei der Ein-Prozent-Regelung fällt monatlich pauschal ein Betrag von einem Prozent des Bruttolistenpreises des Dienstfahrzeugs an. Außerdem kommt eine Besteuerung von 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises pro Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz hinzu. Sie können für die Berechnung des geldwerten Vorteils aber auch ein Fahrtenbuch führen. Diese Möglichkeit lohnt sich vor allem für diejenigen, die ihren Firmenwagen häufiger dienstlich nutzen als privat. Denn so weisen Sie nach, dass die Privatnutzung des Wagens unterhalb der geltenden Pauschale liegt.

Weitere geldwerte Vorteile

  • Wenn Ihr Chef Ihnen Arbeitsmittel wie Laptops oder Smartphones schenkt oder günstiger verkauft, sind diese in der Regel steuerfrei. Voraussetzung: Ihr Arbeitgeber versteuert den geldwerten Vorteil pauschal und überlässt Ihnen die Arbeitsmittel zusätzlich zum Arbeitslohn.
  • Fortbildungen, die im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit stehen, sind steuerfrei, wenn das Unternehmen die Kosten dafür übernimmt. Müssen Sie die Weiterbildung selbst zahlen, können Sie sie als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen.
  • Auch die betriebliche Altersvorsorge ist ein geldwerter Vorteil. Durch Entgeltumwandlung stocken Sie Ihre gesetzliche Rente auf und zahlen einen Teil Ihres Bruttoeinkommens zum Beispiel in die Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung. So fallen weniger Sozialabgaben und Steuern an.
  • Wenn Sie dienstlich Bonusmeilen sammeln, dürfen Sie diese bis zu einem Freibetrag von 1.080 Euro pro Jahr selbst nutzen. Ihr Arbeitgeber kann aber verlangen, dass Sie die Bonusmeilen für Dienstflüge nutzen.
  • Sie können auch Arbeitskleidung steuerlich absetzen. Allerdings gilt das nur für solche, die Sie beruflich und nicht in Ihrer Freizeit tragen können – zum Beispiel Arbeitskleidung für Polizisten oder Krankenschwestern.


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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), einen Berater bei Ihrer Bank oder durch die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.