Lohnsteuerjahresausgleich

Wann Sie die Lohnabrechnung am Ende des Kalenderjahres korrigieren müssen

3. November 2020

Sie als Arbeitgeber behalten bei jeder Lohn- und Gehaltszahlung die Lohnsteuer ein und führen diese ans Finanzamt ab. Um jene Mitarbeiter finanziell zu entlasten, die im Jahr zu viel Steuern gezahlt haben, können Sie am Jahresende einen Lohnsteuerjahresausgleich durchführen.

Erstattung durch den Arbeitgeber

Früher verwendeten Privatpersonen den Begriff Lohnsteuerjahresausgleich für ihre freiwillig beim Finanzamt eingereichte Einkommensteuererklärung. Heute bezeichnet der Ausdruck ausschließlich die im Dezember durchgeführte Korrektur des Lohnsteuerabzugs durch den Arbeitgeber. Diese findet meist zusammen mit der Lohn- oder Gehaltsabrechnung statt. Dadurch erstattet der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern die zu viel bezahlten Steuerbeträge, bevor er die Lohnsteuerbescheinigungen erstellt. Der Lohnsteuerjahresausgleich hat also nichts mit der Steuererklärung von Arbeitnehmern zu tun.

Korrigierte Abrechnungen nach Ablauf des Kalenderjahres

Die Voraussetzungen für die Durchführung des Lohnsteuerjahresausgleiches sind im Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt. Die Lohnsteuer gehört zur Einkommensteuer und fällt bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit an. Wenn Sie als Arbeitgeber im Laufe des Kalenderjahres zu viel Lohnsteuer einbehalten haben, können Sie sie dem Arbeitnehmer nach Ablauf des Jahres erstatten. Allerdings ist das nur möglich, bevor Sie die elektronische Jahressteuerbescheinigung an das Finanzamt übermitteln. Danach dürfen Arbeitgeber keinen Lohnsteuerjahresausgleich mehr durchführen.

Wieso ist in manchen Fällen der Steuerabzug zu hoch?

Die Einkommenshöhe von Mitarbeitern kann zum Beispiel aufgrund von Gehaltserhöhungen, Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld schwanken. Dann rutschen diese Arbeitnehmer in den betreffenden Monaten oft in der Steuerprogression nach oben, sodass sie höhere Abgaben zahlen müssen. Für die Berechnung der Jahreslohnsteuer gilt aber das Jahreseinkommen. Darin lassen sich monatliche Einkommensspitzen auf andere Monate umlegen. Somit kann die errechnete Jahressteuerschuld niedriger ausfallen als die Summe der bereits ans Finanzamt gezahlten monatlichen Steuerabzüge. Die Differenz muss der Arbeitgeber unter Umständen erstatten.

Ab zehn Arbeitnehmern ist der Lohnsteuerjahresausgleich Pflicht

Als Arbeitgeber verantworten Sie die einwandfreie Abführung der Lohnsteuer an den Fiskus. Wenn Sie am 31. Dezember eines Jahres mindestens zehn Angestellte beschäftigen, müssen Sie am Jahresende die von Ihnen abgeführte Lohnsteuer prüfen. Dann ist gegebenenfalls bis spätestens Februar des Folgejahres eine Korrektur notwendig und Sie müssen den betroffenen Arbeitnehmern zu viel gezahlte Beträge erstatten.

Wann darf der Jahresausgleich nicht erfolgen?

Beachten Sie, dass Sie in einigen Fällen keinen Lohnsteuerjahresausgleich vornehmen dürfen – zum Beispiel bei

  • Mitarbeitern, die keinen Lohnsteuerjahresausgleich wünschen,
  • Mitarbeitern, die individuelle Freibeträge eingetragen haben, bei denen bestimmte Steuerklassen oder das Faktorverfahren zur Anwendung kommen und die deshalb verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben,
  • Mitarbeitern, die Sie nicht ganzjährig beschäftigen – auch bei Saisonarbeitern oder Kurzarbeitern,
  • Steuerausländern, die mehr als die Hälfte des Jahres im Ausland wohnen,
  • Zahlung von Schlechtwetter-, Winterausfall- oder Mutterschaftsgeld.


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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Wirtschaftsprüfer oder durch einen Lohnsteuerhilfeverein nicht ersetzen.