Sachzuwendungen: Geschenke für Mitarbeiter

Grenzen bei der Lohnsteuer berücksichtigen

26. Oktober 2020

Steuerfreie Geschenke sind bei Arbeitgebern beliebt, um sich den Mitarbeitern gegenüber erkenntlich zu zeigen. Wichtig dabei ist es, zwischen Sachzuwendungen ohne besonderen Anlass und Aufmerksamkeiten zu bestimmten Feierlichkeiten zu unterscheiden. Denn die steuerliche Freigrenze ist in diesen Fällen nicht gleich.

Geschenke bis zur monatlichen Freigrenze

Ein kleines Osterpräsent oder eine nette Aufmerksamkeit nach einem Projektabschluss freut jeden Mitarbeiter. Diese Wertschätzung des Chefs bleibt bis 44 Euro im Monat steuer- und sozialversicherungsfrei. Möchte der Vorgesetzte großzügiger sein und seinen Angestellten zum Beispiel teure Weihnachtsgeschenke machen, kann er eine pauschale Lohnsteuer übernehmen. Dann fallen für den Arbeitnehmer keine Abgaben an. Der Gesetzgeber lässt auch zu, dass sich der Arbeitgeber bei besonderen "persönlichen Ereignissen", wie es im Amtsdeutsch heißt, erkenntlich zeigt und dabei keine Steuern und Abgaben zahlen muss. Im Gegensatz zu einem steuerlichen Freibetrag wie beispielsweise dem Kinder- oder Grundfreibetrag ist bei einer Freigrenze jedoch zu beachten, dass bei Überschreiten der Freigrenze um nur einen Cent der gesamte Sachbezug lohn- und sozialversicherungspflichtig wird.

Geschenke zu Hochzeit & Co.

Wenn der Chef zur Heirat oder Geburt eines Kindes mit einem Blumenstrauß im Büro vorbeischaut, wird diese nette Aufmerksamkeit durchaus vom Finanzamt unterstützt, sofern der Wert der Zuwendung maximal 60 Euro beträgt. Auch wenn der Vorgesetzte bei Anlässen wie Dienstjubiläum, Geburtstag, akademischem Abschluss oder Beförderung in die Tasche greift, zeigt sich der Staat spendabel. In all diesen Fällen darf die Firma die 60-Euro-Freigrenze neben der monatlichen 44-Euro-Grenze für Sachzuwendungen nutzen. Dann sind in einem Monat zum Beispiel die monatliche Sachzuwendung sowie eine Anerkennung zur Promotion bis insgesamt 104 Euro pro Person steuer- und abgabenfrei.

Regeln bei steuerfreien Sachzuwendungen und Geldleistungen

Seit 2019 dürfen Arbeitgeber weitere Leistungen steuerfrei finanzieren – etwa ein Jobticket oder ein Dienstfahrrad. Allerdings darf der Arbeitgeber diese genauso wenig wie Kurse zur Förderung der Gesundheit, einen Zuschuss zum Sportverein oder Kinderbetreuung mit dem Gehalt verrechnen, sondern muss sie als zusätzliche Vergütung gewähren. So bleiben sie steuerfrei.

Neue Regelung für Gutscheine

Früher war es gängige Praxis, das Entgelt statt einer direkten Gehaltserhöhung anders zu optimieren. Der Chef sparte sich bei Restaurant- oder den weit verbreiteten Tankgutscheinen die Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Das ist nun nicht mehr möglich. Denn der Gesetzgeber grenzt seit 2020 Sachbezüge von Geldleistungen klarer ab. Der Arbeitgeber muss Gutscheine über den normalen Lohn hinaus gewähren – folglich nicht im Rahmen einer Gehaltsumwandlung. Nur dann sind sie steuerfrei.

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